Amerikanische
Chiropraktik
Amerikanische Chiropraktik – Präzise Behandlung für Ihren Rücken
Der Pfarrer Samuel Weed war der Namensgeber dieser Behandlungsform, die ursprünglich von Daniel David Palmer 1895 begründet wurde. Er setzte die altgriechischen Begriffe „cher“ (Hand) und „practos“ (anwenden) zusammen zu Chiropraktik („mit der Hand getan“). Es ist eine alte Heilkunde, die rein manuell, unter einfachsten Bedingungen überall durchgeführt werden kann.Palmer fand zuerst in der Osteopathie eine stimmige Betrachtungsweise und einen Heilansatz. Allerdings führten einige Schlussfolgerungen Palmers zum Konflikt zwischen Osteopathen und Chiropraktiker. Palmer äußerte sich hierzu:
Chiropraktik sowie auch die Osteopathie basiert auf der Annahme, dass der Körper ein sich selbst regulierender und heilender Organismus ist. Die Chiropraktik sieht allerdings hier die Voraussetzung, dass das Nervensystem und seine Übermittlung von Informationen an alle Organe intakt ist. Fehlstellungen der Wirbelsäule, sogenannte Subluxationen, können zu Störungen und Irritationen des Nervensystems führen. Sanfte und gezielte chiropraktische Impulse korrigieren vorhandene Fehlstellungen und der freie Fluss im Nervensystem wird wiederhergestellt. Im Mittelpunkt der Chiropraktik stehen Diagnose, Justierung und Prävention von Subluxationen sowie die Optimierung der Funktion des Nervensystems und damit der Eigenregulation. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Chiropraktik weiter und brachte unterschiedliche Techniken hervor, welche auch bei OsteopathiePlus zur Anwendung kommen:
SOT-Technik
Die Sacro-Occipital Technik ist eine in den USA entwickelte sanfte Methode, um Störungen im Gelenksystem des Organismus vom Kopf bis zu den Füßen zu korrigieren. Die SOT-Methode ermöglicht es auf Ihre Störungen individuell zu reagieren. Sie kann meist in Fällen helfen, in denen andere Formen der Chiropraktik an ihre Grenzen stoßen, beispielsweise bei Osteoporose bedingtem Rückenschmerz. SOT ist ein sanftes Konzept der Chiropraktik. Gelenk- und Rückenschmerzen haben ihren Ursprung oft in einem Beckenschiefstand. Ansatzpunkt des SOT ist die Korrektur einer Beckenfehlstellung.
Thompson Terminal Technik
Bei der Thompson Technik handelt es sich um eine äußerst sanfte und gefahrlose Form der Chiropraktik. Sie entwickelte sich 1957 aus den Arbeiten von Dr. Derifield und Dr. J. Clay Thompson und wurde durch John Minardi D.C. in den letzten Jahren weiterentwickelt.
Kennzeichen dieser Technik ist der moderne Instrumententisch mit seinen Drop-Elementen. Diese Vorrichtung erlaubt es verschobene Wirbelkörper auf eine sanfte und sichere Art zu justieren. Die Drop-Elemente werden individuell auf das Gewicht des Patienten eingestellt. Während der Justierung „gibt der Klügere“ Tisch nach, der Drop fällt. Diese Methode ermöglicht es, mit weniger Kraft und kontrolliert einen Wirbelköper zu justieren.
Cox-Bandscheibentechnik
Die Bandscheiben-Technik nach Dr. James Cox nutzt die mit Hilfe von speziellen Behandlungstischen vorgenommene Bewegung zur Regeneration von Bandscheiben. Mit diesem Tisch können die Wirbelkörper und Bandscheiben dreidimensional mobilisiert werden. Die Tischbewegung schafft dadurch eine Entlastung der geschädigten Wirbelsäule, welche in ihre natürliche Position zurückfinden kann
Ziel ist die Entlastung der Nerven und Beseitigung von Entzündungen. Diese Technik eignet sich sowohl für Patienten mit akuten und als auch mit länger bestehenden Bandscheibenproblematiken.
Chiropraktische Instrumententechnik
Die Instrumententechnik gehört zu den sogenannten Low Force Techniken. Dies bedeutet, dass hier mit wenig Kraft gearbeitet wird. Dies geschieht mit Hilfe bestimmterInstrumente (Activator / Arthrostim). Hierbei ist es möglich, sanft, schonend und ohne viel Kraft und Geräuschen Justierungen vorzunehmen, die trotzdem erfahrungsgemäß sehr effektiv sind. Vor allem Kinder, Säuglinge, ängstliche Patienten, Schmerzpatienten sowie ältere Patienten können mit diesen Techniken behandelt werden.
Sie ist angelehnt an die Forschungen von Dr. Arlan Fuhr und bietet ein sehr exaktes und reproduzierbares Test- und Behandlungskonzept für Subluxationen. Ebenfalls werden die Extremitäten mitbehandelt. Diese Methode wird in ca. 70% aller chiropraktisch tätigen Praxen weltweit angewandt und ist in den USA die verbreiteste Methode der Justierung.
Warum standardtherapien oft nicht ausreichen
Bei Beschwerden des Bewegungsapparates konzentrieren sich Standardtherapien häufig auf die Behandlung einzelner Symptome, etwa durch Medikamente oder isolierte Übungen. In manchen Fällen bleiben die zugrunde liegenden funktionellen Zusammenhänge dabei unberücksichtigt, sodass Beschwerden weiterhin bestehen oder erneut auftreten können.
Die amerikanische Chiropraktik verfolgt einen erweiterten Ansatz und richtet den Blick gezielt auf die Funktion der Wirbelsäule und des Nervensystems. Unterstützt wird dies durch moderne Analyseverfahren wie die INSIGHT™-/„Inside Millennium Scan “-Diagnostik, sowie – sofern erforderlich – durch spezielle röntgenbasierte Auswertungen nach Harrison (Chiropractic Biophysics®). Ziel ist es, individuelle Funktions- und Haltungsveränderungen möglichst präzise zu erfassen.
Auf dieser Grundlage kann die Behandlung gezielt ausgerichtet werden, um die natürliche Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit des Körpers zu unterstützen. Die Anwendung erfolgt stets individuell und ersetzt keine notwendige medizinische Abklärung oder Behandlung.
Chiropraktik & Wissenschaft – Was sagt die Forschung?
Die Chiropraktik blickt auf eine wachsende wissenschaftliche Basis zurück. Seit der Medicare-Zulassung in den USA 1972 hat die Publikationsrate chiropraktischer Studien kontinuierlich zugenommen – eine Auswertung von über 6.200 Fachartikeln (1972–2024) zeigt, dass sich der Fokus zunehmend auf randomisierte kontrollierte Studien und systematische Reviews verlagert hat.
Besonders für Rücken- und Nackenschmerzen ist die Evidenz gut belegt: Das American College of Physicians empfiehlt spinale Manipulation als Alternative zu Medikamenten bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. Auch die Cochrane Library nennt spinale Manipulation als wirksame Therapie bei chronischen Rückenbeschwerden in Kombination mit anderen Behandlungen. Darüber hinaus zeigen Studien, dass chiropraktische Versorgung bei Rückenschmerzen dazu beitragen kann, den Einsatz von Opioid-Verschreibungen zu reduzieren.
Wie in der Osteopathie gibt es auch hier Grenzen: Kritiker weisen darauf hin, dass für einige Behauptungen – etwa die Behandlung nicht-muskuloskelettaler Beschwerden wie Asthma oder Bluthochdruck – die Evidenz noch nicht ausreichend robust ist.
Weiterführende Quellen zur chiropraktischen Forschung:
• Index to Chiropractic Literature (chiroindex.org) – Die einzige ausschließlich auf Chiropraktik spezialisierte Literaturdatenbank, die peer-reviewte Fachpublikationen aus chiropraktischen Journalen indexiert.
• PubMed – Die internationale Standarddatenbank für biomedizinische Literatur, mit umfangreichen Treffern zu Spinalmanipulation und chiropraktischer Forschung.
• Cochrane Library – Hochwertige systematische Reviews, u. a. zu manuellen Therapien bei Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen.
• PEDro – Physiotherapy Evidence Database – Datenbank mit über 27.000 randomisierten Studien, systematischen Reviews und Leitlinien aus dem Bereich der manuellen und physikalischen Therapie, mit direkten Verlinkungen zu Volltexten.



„Osteopathie ist das Samenkorn, Chiropraktik der Sprössling“
Daniel David Palmer (1845-1913), Begründer der Chiropraktik
